Zu viel liegen gelassen: Eisbären verlieren in Waldkraiburg

Beim EHC Waldkraiburg unterliegen die Markgrafen mit 2:6 (0:1/1:3/1:2), wobei das Ergebnis die Partie über weite Strecken nicht widerspiegelt. Zwei starke Drittel lang hielten die Gäste gut mit und erspielten sich im offenen Schlagabtausch mit den Löwen zahlreiche Gelegenheiten, scheiterten aber immer wieder an der eigenen Chancenverwertung und an Goalie Christoph Lode. Im Schlussabschnitt riss der Faden, dazu schwächten sich die Eisbären mit zu vielen Strafen selbst. Burgau trat mit demselben Aufgebot wie am Freitag an, im Tor stand erneut Gustavs Samitis, der einige Glanzparaden zeigte. Unterstützt wurde die Mannschaft von rund 70 mitgereisten Fans in einer gut gefüllten Halle.
Von Beginn an entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Möglichkeiten auf beiden Seiten. Andreas Wiesler tauchte früh im Konter frei vor Keeper Lode auf, scheiterte aber ebenso wie David Ballner bei seinem Alleingang. Auf der Gegenseite war Samitis mehrfach zur Stelle, unter anderem mit einem starken Fanghandsave und bei einem Konter nach einem Scheibenverlust im eigenen Aufbau. Bestraft wurden die Eisbären in Unterzahl: In der 18. Minute brachte Santeri Ovaska die Löwen im Powerplay mit 1:0 in Führung. Trotz weiterer guter Gelegenheiten durch Tim Söldner und David Zachar blieb es bis zur Pause beim knappen Rückstand.
Auch im Mittelabschnitt erspielte sich Burgau, wie auch Waldkraiburg, Chance um Chance. Zachar vergab eine Riesenmöglichkeit, Roman Blahyi verzog, und auf der Gegenseite traf Nico Vogl bei leerem Tor nur den Pfosten. Die Effizienz aber blieb auf Waldkraiburger Seite: Decker erhöhte im Powerplay auf 2:0 (28.), ehe ein abgefälschter Schuss das 3:0 brachte (32.). Burgau kam in der 35. Spielminute zurück, als David Ballner bei doppelter Überzahl einen Onetimer zum 3:1 verwandelte. Den eigenen Schwung bremsten die Eisbären jedoch selbst aus: Ein Fehlpass in der eigenen Zone leitete das 4:1 ein, bei dem die Löwen per Kombinationsspiel freie Bahn hatten und die Burgauer Defensive düpierten (37.).
Im Schlussdrittel konnten die Eisbären nicht mehr an die beiden ersten Abschnitte anknüpfen. Ein von einem eigenen Verteidiger abgefälschter Schuss bedeutete das 5:1 (48.), kurz darauf erhöhte Decker nach einem Alleingang per Handgelenksschuss auf 6:1 (49.). Burgau leistete sich in der Folge eine Reihe von Strafen und brachte selbst in Überzahl kaum noch Druck aufs Tor, auch eine weitere 5-gegen-3-Situation blieb ungenutzt. Beim 6:2 in der 56. Minute konnte Maxi Kaschner die Scheibe unter Nachdruck und etwas Mithilfe eines Waldkraiburger Verteidigers in's Tor einschieben. Die zunehmend ruppige Schlussphase brachte mehrere Zweikämpfe hervor. In der 56. Minute lieferten sich Marcel Kunc und Tim Ludwig eine Auseinandersetzung, bevor sich zwei Minuten später Max Petzold und Lennox Stein einen Fight lieferten. Die beiden letzteren erhielten jeweils eine Spieldauer-Disziplinarstrafe. Petzold ist somit für das nächste Spiel gesperrt.
Nach dem Heimerfolg vom Freitag setzte es in Waldkraiburg einen Rückschlag. Dabei präsentierte sich Burgau über weite Strecken ebenbürtig, ließ aber die nötige Konsequenz vor dem Tor vermissen. Zwei gute Drittel reichten nicht. Weiter bleiben das letzte Drittel und die Spezialteams die Baustellen der Eisbären. Vor 678 Zuschauern nahm der formstarke Tabellenzweite die Punkte am Ende verdient mit. Unterm Strich bleibt für die Eisbären dennoch ein Wochenende mit Lichtblick: Zwei Punkte aus dem Heimspiel, auf denen sich aufbauen lässt. Weiter geht es am kommenden Freitag in Dingolfing, bevor am Sonntag die RiverRats aus Geretsried in die Markgrafenstadt kommen.
Endstand: EHC 6:2 ESV (1:0/3:1/2:1) // Strafen: EHC 33 Minuten + 20 Minuten (Stein); ESV 23 Minuten + 20 Minuten (Petzold) // Zuschauer: 678
1:0 - 17:27 Ovaska (Kokes) - +1
2:0 - 27:24 Decker (Bison, Maierhofer) - +1
3:0 - 31:42 Haaparanta (Houdek, Dzerins) - EQ
3:1 - 34:58 Ballner (Michalek, Rubner) - +2
4:1 - 36:21 Maierhofer (Kokes, Houdek) - EQ
5:1 - 47:38 Vogl (Ovaska, Dzerins) - +1
6:1 - 48:53 Decker (Maierhofer, Ovaska) - EQ
6:2 - 55:58 Kaschner - EQ



