Eisbären holen Heimsieg gegen River Rats
- scholtzsteffen
- vor 4 Tagen
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Den Markgrafen ist der Befreiungsschlag gelungen. Der ESV Burgau hat sein erstes Spiel in der Eishockey-Bayernliga gewonnen. Im dreizehnten Anlauf fuhren die Eisbären einen Heimdreier ein. Gegen die River Rats Geretsried gelang vor 673 Zuschauern ein 5:4 (1:1/1:1/3:2)-Heimerfolg. Noch lange nach Spielende feierten die Zuschauer ihre Helden mit Sprechchören. Die Eisbären fuhren Ehrenrunden und bedankten sich damit bei ihren Fans, die ihr Team über die gesamte bisherige Saison und die gestrigen sechzig Minuten frenetisch angefeuert hatten. Der Geretsrieder Trainer Hans Tauber bezeichnete den Kampf und die unangenehme Spielweise der Eisbären als Schlüssel zum Erfolg. „Auf diesen Sieg hat hier beim ESV Burgau jeder gewartet. Ich bin stolz auf die Jungs. Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Meine Spieler haben heute wieder sehr viel Herz gezeigt“, lobte ESV-Coach Fabio Carciola in der Pressekonferenz nach der Partie. Zu den besten Akteuren der Partie wurden auf Geretsrieder Seite Moritz Schug und der Burgauer Andreas Wiesler gewählt. Der Burgauer Angreifer gab die Ehrung an das ganze Eisbärenteam weiter: „Wir sind heute als Mannschaft aufgetreten. Wir haben gemeinsam gekämpft und von Anfang bis zum Ende eine tolle Leistung abgeliefert.“ Vor der Partie wurde David Ballner für sein 200. Tor im Burgauer Trikot geehrt. Der Tscheche war nach seiner Sperre, die er bei der Niederlage gegen Landsberg am Freitag absitzen musste, gegen Geretsried wieder im Kader.
Und David Ballner stand auch gleich im Mittelpunkt. Der filigrane Techniker hatte in der zweiten Minute eine Einschusschance. Doch Torwart Maximilian Freytag im Geretsrieder Kasten war auf dem Posten. In der fünften Spielminute waren die Gäste nach einer Zwei-Minuten-Strafe für Athanasios Fissekis gerade wieder komplett als Moritz Vehkakoski einen Schlenzer von der blauen Linie aus in Richtung Tor abgab. Vor dem Gehäuse herrschte viel Verkehr, Torwart Freytag sah die Scheibe nicht und das Spielgerät landete im Kasten. Jetzt machten die Fans erstmals an diesem Abend die Burgauer Eishalle zum Tollhaus. In der Folgezeit hatten die Markgräfler einige gute Möglichkeiten. Doch weder David Zachar, noch David Ballner oder Max Arnawa brachten die Scheibe im Tor der Gäste unter. In der 14. Minute egalisierte Luis Huber die Eisbärenführung. Nach einem Schuss reagierte ESV-Keeper Roman Jourkov stark, der Puck lag jedoch ungesehen von Jourkov frei neben diesem, Huber erkannte dies schneller und verwertete. In der Schlussphase des ersten Drittels bauten die Gäste Druck auf, die Eisbären schafften es aber mit dem 1:1 in die Drittelpause.
Im Mitteldrittel waren gerade einmal 65 Sekunden gespielt, als die Gäste in Führung gingen. Torschütze war Moritz Schug, der in Überzahl zuschlug. Jetzt war die Stimmung im Burgauer Eispalast für einen kurzen Moment getrübt. Doch nach einigen Sekunden ging die Anfeuerung der Burgauer Fans weiter. In der 25. Minute vollendete Andreas Wiesler einen feinen Angriff über David Zachar und David Ballner aus kurzer Distanz zum 2:2. Nach diesem Treffer entwickelte sich eine Partie, in der es auf beiden Seiten abwechselnd Chancen gab. Doch weder Roman Jourkov, noch sein Pendant im Geretsrieder Tor, Maximilian Freytag, ließen sich überwinden. So ging es mit dem Spielstand von 2:2 ins Schlussdrittel.
Nach einer umstrittenen Zeitstrafe für Ondrej Vaculik mussten die Markgräfler in der 45. Minute in Unterzahl agieren. Die Scheibe wurde von den Eisbären aus dem eigenen Drittel hinausgespielt, David Ballner jagte hinterher, erkämpfte sich die Scheibe, bediente den mitgelaufenen David Zachar, der zunächst scheiterte, aber seinen eigenen Rebound von der Bande verwerten konnte. Mit dem Shorthander stand die Eishalle komplett Kopf. Der Geretsrieder Trainer Hans Tauber nahm eine Auszeit. Diese Neuausrichtung seines Teams hatte Erfolg. In doppelter Unterzahl stellte Florian Strobl auf 3:3 (52.). Dieser Treffer war extrem unglücklich für die Hausherren. Strobl wollte einen Querpass durch den Slot spielen, trifft aber den Schlittschuh von Moritz Vehkakoski und von diesem sprang der Puck unhaltbar für Roman Jourkov ins eigene Tor. Doch auch diesen Rückschlag verdauten die Burgauer. In der 59. Minute besorgte David Ballner die erneute Führung. Ballner war im Nachschuss erfolgreich und brachte die Halle erneut zum Beben. Zuvor war er noch nach einem Solo an Goalie Freytag gescheitert. Jetzt nahm Coach Tauber seinen Torwart zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Max Arnawa konnte einen Pass der Geretsrieder abfangen und bediente Max Petzold. Der lief auf das verwaiste Gästetor zu und netzte ein. Die ESV-Fans waren nun komplett aus dem Häuschen und sahen den ersten Punktgewinn in Reichweite. Doch noch war die Partie nicht entscheiden. 46 Sekunden vor Schluss traf Moritz Schug mit einem Schlenzer zum 5:4. Die Spannung im Burgauer Stadion war zum Greifen. Die Nerven der Spieler waren bis zum Zerreißen gespannt. Vor dem Gehäuse der Gäste lieferten sich Max Arnawa und sein Gegenspieler Ondrej Horvath eine kleinere Rauferei. Beide wurden dafür von den Schiedsrichtern für zwei Minuten auf die Bank geschickt. Nach einer Beratungsrunde setzten die Unparteiischen noch eine Spieldauerstrafe für Horvath oben drauf, da dieser einen Linesman angegangen hatte. In numerischer Überzahl brachten die Eisbären ihren ersten Saisonsieg dann unter Dach und Fach.
„Das war heute eine sensationelle Leistung unserer Mannschaft. Die Jungs haben mit sehr viel Herz gespielt und in allen Dritteln das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, lobte Abteilungsleiter und Co-Trainer Heinzi Heinrich die Truppe. ESV-Verteidiger Patrick Spingler macht den großen Zusammenhalt in der Mannschaft für den Erfolg verantwortlich. Jeder hätte für Jeden gekämpft und das neue System der Burgauer hätte funktioniert. Somit konnte die Truppe von Fabio Carciola die ersten drei Punkte in der Bayernliga seit der Neugründung vor 25 Jahren einfahren und sich für ihren Fleiß belohnen.
Endstand: ESV 5:4 ESC (1:1/1:1/3:2) // Strafen: ESV: 14 Minuten; ESC: 20 Minuten + 20 Minuten (Horvath) // Zuschauer: 673
Tore:
1:0 - 04:49 Vehkakoski (Arnawa, Petzold) - EQ
1:1 - 13:27 Huber (Horvath, Ott) - EQ
1:2 - 21:05 Schug (Horvath, Fissekis) - +1
2:2 - 24:50 Wiesler (Ballner, Zachar) - EQ
3:2 - 44:30 Zachar (Ballner, Schreiner) - -1
3:3 - 51:29 Strobl (Fissekis)- +2
4:3 - 58:06 Ballner (Vehkakoski, Arnawa) - EQ
5:3 - 58:32 Petzold (Arnawa) - EQ, EN
5:4 - 59:14 Schug (Horvath) - EQ.



