Burgau geht mit 2:0 in Führung
- vor 17 Stunden
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Die Eisbären gewannen auch das zweite Spiel der Best-of-Five-Serie gegen den EHC Waldkraiburg und führen im Playdown-Halbfinale jetzt mit 2:0. Damit haben sie am kommenden Freitag um 19;00 Uhr den Klassenerhalt in der Eishockey-Bayernliga auf dem Schläger. Bei einem erneuten Auswärtssieg in Waldkraiburg wäre die Saison beendet und der Aufsteiger hätte den Verbleib im bayerischen Oberhaus eingetütet. Der 6:4 (1:2/2:1/3:1)-Heimsieg über die Oberbayern begeisterte den größten Teil der 814 Zuschauer im Burgauer Eispalast. Aus Waldkraiburg waren rund 50 Fans in die Markgrafenstadt gekommen. Vor der Partie zeigte die aktive Fanszene eine beeindruckende Choreographie und spornte die Eisbären, nicht nur mit ihren lautstarken Fangesängen, sondern auch visuell zu einer beeindruckenden Leistung an.
Im Kasten der Burgauer stand dieses Mal Gustavs Samitis. Der junge Torhüter stand Routinier Schnierstien in nichts nach und zeigte eine starke Vorstellung. Wieder mit von der Partie waren Sven Gäbelein und Emil Malysjev. Anton Schreiner musste weiterhin krankheitsbedingt passen. Auf Seiten der Gäste kehrte der ehemalige lettische Nationalspieler Andris Dzerins in den Kader zurück.
Wie schon beim Auswärtsmatch gerieten die Eisbären schon früh in Rückstand. In der dritten Minute nutzte Anthony Dillmann einen Burgauer Abwehrfehler und jagte den Puck mit einem platzierten Schuss in die Maschen. Aber ebenfalls wie am Freitagabend kamen die Eisbären bald zurück. Nach feiner Vorarbeit von Defensivspezialist Emil Malysjev war der Burgauer Topscorer David Ballner aus der Halbdistanz erfolgreich (6.). Kurz nach diesem Treffer konnten die Burgauer aufgrund einer Strafe für die Gäste in Überzahl agieren. Die größte Chance in diesem Powerplay hatten aber die Löwen. Jakub Sramek klaute die Scheibe und steuerte alleine auf Goalie Samitis zu. Der junge Lette behielt gehen den erfahrenen Tschechen die Nerven, blieb sehr lange stehen und vereitelte mit einer tollen Parade die erneute Führung des EHC. In der 20. Minute war Samitis dann aber machtlos. Dieses Mal war Sramek Sieger in diesem Duell. Nico Vogl war über die linke Angriffsseite durchgebrochen und servierte die Scheibe punktgenau auf Sramek's Schläger, der aus kurzer Distanz kein Problem hatte und sicher einnetzte. Doch auch dieser Treffer, 21 Sekunden vor der ersten Drittelpause, brachte die Eisbären nicht aus dem Konzept.
Als im Mitteldrittel wieder ein Gästeakteur auf der Strafbank saß, zogen die Burgauer ein ansehnliches Powerplay auf und erspielten sich zwei gute Gelegenheiten. Doch beide Male war beim Waldkraiburger Schlussmann Maximilian Englbrecht Endstation. Als sich auf jeder Seite wieder fünf Feldspieler gegenüberstanden, erzielte der gut aufgelegte Burgauer Mikko-Matti Paakkola mit einem Schuss aus spitzem Winkel den Ausgleich. Der Puck ging Keeper Englbrecht zwischen den Schonern hindurch ins Tor. Jetzt tobte die Eishalle am Gsundbrunnenbad, aber die Lautstärke auf den Rängen sollte sich noch einmal steigern. Denn nur zweieinhalb Minuten nach dem Ausgleich stellte Paakkola auf 3:2 für den ESV Burgau. Dieser Treffer resultierte aus einer Überzahlsituation. Nach einer Rangelei, der ein Bandencheck vorausging, setzten die Unparteiischen drei Gästespieler und zwei Eisbären auf die Strafbank. Im darauffolgenden Fünf-gegen-Vier-Überzahlspiel nutzte Paakkola die erste Gelegenheit (30.). Jetzt waren die Eisbären am Drücker. Aber beste Chancen durch Andreas Wiesler und David Ballner blieben ungenutzt liegen. Als der Burgauer Max Arnawa in der Kühlbox Platz nehmen musste nutzen die Löwen diese Überzahl aus. Nach einem Schuss von Daniel Hora am Tor vorbei, kam die Hartgummischeibe von der Bande zurück und Andris Dzerins staubte 36 Sekunden vor Ende des Mittedrittels zum 3:3 ab.
Im Schlussabschnitt waren fünf Minuten gespielt, als der Eispalast erneut tobte. Daniel Bartuli hatte von der blauen Linie aus abgezogen, Englbrecht ließ den Puck abprallen und David Ballner schoss zur erneuten Führung ein. Doch nur 27 Sekunden später stand die Partie wieder Unentschieden. Florian Maierhofer stocherte den Puck nach einer unübersichtlichen Situation aus kurzer Distanz über die Linie. Die Burgauer kamen aber schnell zurück. Wieder versuchte Bartuli mit einem Schuss von der blauen Linie sein Glück. Torwart Englbrecht sah die Scheibe erst sehr spät, brachte zwar noch die Fanghand ans Spielgerät, doch letztlich landete der Puck in der 47. Minute im Tor. Jetzt schickte der Waldkraiburger Trainer Jürgen Lederer bei jedem zweiten Wechsel seine Paradereihe mit Daniel Hora, Martin Kokes, Jakub Sramek, Nico Vogl und Andris Dzerins aufs Eis. Doch die Eisbären kamen durch David Zachar, David Ballner und Mikko-Matti Paakkola zu Chancen. Die Scheibe wollte aber vorerst nicht mehr ins Gästetor. Als Lederer seinen Torwart zwei Minuten vor dem Ende zog und durch einen sechsten Feldspieler ersetzte, wurde der Druck der Gäste noch einmal immens. Doch mit großem Einsatz und etwas Glück überstanden die Eisbären diese Drangperiode der Löwen. 17 Sekunden vor Spielende kam Andreas Wiesler an die Scheibe. Von der eigenen blauen Linie hob der Südtiroler den Puck zum 6:4 ins Schwarze. Jetzt brachen auf den Rängen alle Dämme. Mit langanhaltendem Jubel wurden die Burgauer für ihren verdienten und hart erkämpften Erfolg gefeiert.
Auch im zweiten Abstiegs-Halbfinale steht es nach zwei Partien 2:0. Die Schongauer Mammuts gewannen ihr Heimspiel gegen den EC Pfaffenhofen mit 6:2.
Endstand: ESV 6:4 EHC (1:2/2:1/3:1 // Strafen: ESV 16 Minuten; EHC 16 Minuten // Zuschauer: 814
Tore:
0:1 - 02:22 Dillmann (Merz, Ludwig) - EQ
1:1 - 05:30 Ballner (Bartuli) - EQ
1:2 - 19:39 Sramek (Vogl, Hora) - EQ
2:2 - 26:47 Paakkola (Ceslik, Samitis) - EQ
3:2 - 29:18 Paakola (Malysjev, Ballner) - +1
3:3 - 39:24 Dzerins (Hora, Sramek) - +1
4:3 - 44:38 Ballner (Wiesler, Zachar) - EQ
4:4 - 45:05 Maierhofer (Vogl, Sramek) - EQ
5:4 - 46:32 Bartuli (Ballner, Malysjev) - EQ
6:4 - 59:43 Wiesler (Gäbelein) - EQ, EN



