Eisbären holen sich Spiel 1
- vor 3 Stunden
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Beim favorisierten EHC Waldkraiburg gelang den Eisbären am Freitagabend ein 3:1 (1:1/0:0/2:0)-Auswärtssieg. Damit haben die Burgauer einen wichtigen ersten Schritt für die Mission 'Klassenerhalt" in der Bayernliga gemacht. Rund 80 mitgereiste ESV-Fans feierten gemeinsam mit ihrem Team nach der Schlusssirene den hochverdienten Erfolg. Ins weite Rund des Waldkraiburger Stadions waren 536 Zuschauer gekommen.
Die Markgräfler mussten im Duell mit dem Tabellenachten der Vorrunde auf den angeschlagenen Emil Malysjev und die beiden erkrankten Sven Gäbelein und Anton Schreiner verzichten. Nico Miedl rückte in den Sturm, dafür komplettierte Maxi Knittel als 6. Verteidiger den 3. Block. Knittel bekam viel Eiszeit an diesem Abend und bedankte sich mit einer starken Leistung. Im Tor des ESV stand Routinier Philipp Schnierstein. Trainer Fabio Carciola gab dem routinierten Schnierstein den Vorzug vor dem talentierten und in den vergangenen Wochen immer wieder gut haltenden Neuzugang Gustavs Samitis. Der Coach sollte mit seiner Entscheidung richtig liegen, denn der 36-Jährige Goalie brachte die extrem gefährliche Offensive des EHC Waldkraiburg mit zahlreichen, teilweise sensationellen Paraden, schier zur Verzweiflung. Diese Paraden gelangen Schnierstein aber auch aufgrund einer extrem starken Defensivleistung seiner Vorderleute.
Die Waldkraiburger, die bis auf den lettischen Ausnahmespieler Andris Dzernis mit ihrer kompletten ersten Garnitur antreten konnten, wurden von den Eisbären während der gesamten Partie unter Druck gesetzt. So konnte Topverteidiger Daniel Hora nur wenige seiner so gefährlichen Aufbaupässe auf seine Partner Jakub Sramek und Nico Vogl spielen. EHC-Kapitän Vogl, der in der Hauptrunde 70 Punkte sammelte, stand erstmals nach einer Verletzungspause wieder im Aufgebot. Doch die Leistung der Burgauer nur auf die Defensivarbeit zu beschränken, springt zu kurz. Die Eisbären zeigten während der gesamten Partie gefällige Offensivaktionen. Einziges Manko beim ansonsten starken Auftritt war erneut die Chancenverwertung. Vor dem Spiel in Waldkraiburg hatte ESV-Kapitän David Heinrich versprochen, dass er und sein Team um jeden Quadratzentimeter Eis kämpfen werden. Und dieses Versprechen hielten die Eisbären auch über die gesamten sechzig Minuten. Einsatz, Wille, Teamgeist und Disziplin waren beim Auswärtssieg die entscheidenden Faktoren. Die Burgauer fighteten, warfen sich in Pucks, hatten immer wieder einen Stock dazwischen und spielten hartes, aber faires und schnörkelloses Eishockey.
Die Markgräfler ließen sich auch von einem extrem frühen Rückstand nicht aus der Bahn werfen. Denn schon nach 14 Sekunden zappelte der Puck im Kasten des ESV. Nico Vogl hatte abgezogen, die Hartgummischeibe landete an der Latte und sprang von dort zu Florian Maierhofer. Dieser ließ sich nicht zwei Mal bitten und netzte ein. Doch die Burgauer schüttelten sich nur wenige Minuten und besannen sich auf ihre Tugenden. In Überzahl erzielten die Burgauer dann den zu diesem Zeitpunkt hochverdienten Ausgleichstreffer. Nikolas Oppenberger war in der zehnten Minute im Nachfassen erfolgreich. Nach einem Solo von David Zachar, der den mitgelaufenen David Ballner bediente, parierte EHC-Keeper Maximilian Englbrecht den Abschluss des Burgauer Topscorers zunächst, Oppenberger kam hinter dem Tor an die Scheibe und jetzt zahlte sich die Routine und Schlitzohrigkeit des 37-jährigen aus. Oppenberger schoss den Puck an den Schlittschuh von Englebrecht und von dort trudelte die Scheibe über die Linie. Bis zum Ende des ersten Abschnitts wogte das Spiel dann hin und her. Aber weder Schnierstein, noch Englbrecht ließen weitere Treffer zu.
Im zweiten Drittel brannten die Burgauer dann ein wahres Chancenfestival ab. Doch auch klarste Gelegenheiten konnten nicht genutzt werden. Entweder schossen die Eisbären vorbei oder Goalie Englbrecht, Sohn des ehemaligen deutschen Nationaltorwarts Bernhard Englbrecht, zeigte seine Klasse. Auf der anderen Seite parierte Schnierstein sensationell die Alleingänge von Sramek und Vogl und behielt auch in weiteren gefährlichen Situationen die Oberhand.
Auch in den letzten zwanzig Minuten hielten sich die Markgrafen strikt an ihre Marschroute. Sie beackerten ihre Gegner mit ihrem körperlichen Spiel, fuhren ihre Checks zu Ende und kamen immer wieder zu guten Chancen. In der 46. Minute brachte Max Petzold den Burgauer Anhang dann erneut zum Jubeln. Nach einem Solo und einem platzierten Handgelenkschuss des gut aufgelegten Max Arnawa ließ Keeper Englbrecht den Puck zur Seite abprallen, dort stand Petzold goldrichtig und schoss ein. Kurz nach diesem Treffer ließ Petzold dann die Großchance zur Vorentscheidung aus. Der ESV-Angreifer scheiterte aus kurzer Distanz an Englbrecht. Sechs Minuten vor Ende bekamen die Hausherren ihr viertes Powerplay des Abends zugesprochen, doch die Eisbären verteidigten auch dieses stark und ließen an diesem Tag keinen Treffer in Unterzahl zu. In der Schlussphase setzten die Gastgeber dann alles auf eine Karte und brachten einen sechsten Feldspieler an Stelle von Goalie Englbrecht ins Oval. Auf die Platte schickte Löwen-Trainer Jürgen Lederer natürlich seine Topspieler Daniel Hora, Leon Decker, Jakub Sramek, Nico Vogl, Santeri Ovaska und Florian Maierhofer. Dieses Sextett sammelte im bisherigen Saisonverlauf insgesamt 301 Scorerpunkte. Doch die Eisbären wehrten sich erfolgreich gegen diese geballte Offensivkraft der Gastgeber. Und wenn dann doch einmal ein Waldkraiburger zum Abschluss kam, zeigte Schnierstein seine überragende Klasse. Der Teufelskerl im ESV-Kasten parierte unter anderem einen Hammer aus der Halbdistanz von Daniel Hora in feinster Manier. Den Eisbären gelang es mit ihren aggressiven Aktionen, den Spielfluss der Gastgeber immer wieder zu unterbinden. 22 Sekunden vor Ende der Partie konnte Max Arnawa mit seinem zweiten Scorerpunkt an diesem Abend den Deckel dann zumachen. Der Burgauer Angreifer hob die Scheibe zum 3:1-Endstand ins verwaiste Waldkraiburger Tor.
Am morgigen Sonntagabend um 18:30 Uhr brauchen die Eisbären zuhause alle Unterstützung, die sie bekommen können, um auch in Spiel 2 den nötigen Rückhalt von den Rängen zu bekommen. Karten gibt es im VVK am Kiosk der Eishalle während des öffentlichen Laufes oder an der Abendkasse.
Spiel eins des zweiten Semifinales in den Playdowns entschieden die Schongau Mammuts beim EC Pfaffenhofen mit 5:1 für sich.
Endstand: EHC 1:3 ESV (1:1/0:0/0:2) // Strafen: EHC 4 Minuten; ESV 8 Minuten // Zuschauer: 536
Tore:
1:0 - 00:14 Maierhofer (Vogl, Hora) - EQ
1:1 - 09:24 Oppenberger (Ballner) - +1
1:2 - 45:04 Petzold (Arnawa) - EQ
1:3 - 59:34 Arnawa (Oppenberger, Bartuli) - EQ, EN



