top of page

Zwei Siege im Doppelpack: Eisbären behalten gegen Graz die Oberhand

vor 5 Stunden
5 Min. Lesezeit

Der Vergleich mit dem ATSE Graz hat gehalten, was er versprach und ging zweimal an die Eisbären. Am Freitag setzte sich Burgau mit 7:3 durch, am Samstag folgte im Jubiläumsspiel zum zehnjährigen Bestehen der Eishalle ein 7:1. Zwei Abende, zwei Siege, dazu die seltene Gelegenheit, sich mit einem Gegner aus Österreich zu messen. Vor beider Partien erklangen auch passend die Hymnen beider Länder, welche den Spielen eine besondere Atmosphäre zu Beginn gaben.


Freitag: Souveräner 7:3-Auftakt gegen Graz

Im ersten Duell stand Roman Jourkov im Tor, dahinter wartete Louis Waaßmann als Backup. Mit Roman Blahyi und Lukas Widowitz rückten gleich zwei Kräfte erstmals ins Aufgebot, während Max Petzold angeschlagen fehlte.

Beide Mannschaften gingen mit hohem Tempo in die Partie, doch das Chancenplus lag von Beginn an klar auf Burgauer Seite. Der Druck zahlte sich schnell aus: David Ballner hatte sich in der 9. Minute neben dem Grazer Tor perfekt in Position gebracht und verwandelte einen Traumpass von Petr Ceslik direkt zur Führung. Kaum eine Minute später überraschte Tim Söldner den Gästekeeper Lukas Troppenauer durch die Beine (10.), und im ersten Powerplay lenkte Ballner einen Schuss von Tim Söldner zum 3:0 ins Netz (12.). Zu diesem Zeitpunkt schien die Partie einseitig zu kippen, doch Graz zeigte sich keineswegs geschlagen. Innerhalb von nur anderthalb Minuten schlugen die Steirer doppelt zu: Matthias Werkl zirkelte den Puck sehenswert in den Winkel (15.), ehe Florian Murg im eigenen Überzahlspiel aus dem Slot auf 3:2 verkürzte. Plötzlich war Burgau aus dem Rhythmus, brachte den knappen Vorsprung aber mit etwas Mühe über die erste Pause.

Im Mitteldrittel fingen sich die Eisbären schnell und übernahmen wieder das Kommando. Jannik Liebs krönte einen blitzsauberen Konter über Lukas Widowitz mit dem 4:2 (29.), wenig später drückte Marshall Renke nach Vorarbeit von Petr Ceslik und David Ballner auf 5:2 (36.). Burgau erarbeitete sich Chance um Chance und ließ Graz kaum noch gefährlich vor Jourkov auftauchen.

Im Schlussabschnitt legte Marek Rubner mit einem halbhohen Schlagschuss das 6:2 nach (51.). Die beiden Vorlagen kamen von Petr Ceslik und David Ballner, die an diesem Abend ein starkes Zusammenspiel zeigten. Für die Krönung sorgte ein Shorthander: Petr Ceslik scheiterte zuerst im Alleingang am Pfosten, doch Ballner stand am Abpraller goldrichtig und stellte auf 7:2, während der Grazer Torhüter die Scheibe in die falsche Richtung wähnte (55.). Aus war die Partie aber noch nicht. Tobias Fellner gelang eine Minute später von der blauen Linie noch der Schlusspunkt zum 7:3-Endstand. In der hektischen Schlussphase bekamen die 497 Zuschauer noch kurzzeitig Unterhaltung, als die Partie kurz aus den Fugen geriet und sich Benedek Radvanyi und Simon Klicznik eine Rangelei lieferten.


Endstand: ESV 7:3 ATSE (3:2/2:0/2:1) // Strafen: ESV 12 Minuten; ATSE 17 Minuten // Zuschauer: 497 1:0 - 08:09 Ceslik (Ballner) - EQ

2:0 - 09:15 Söldner - EQ

3:0 - 11:37 Ballner (Söldner, Ceslik) - +1

3:1 - 14:03 Werkl (Lennkh, Fellner T.) - EQ

3:2 - 15:34 Murg (Zierer, Schwarz) - +1

4:2 - 28:34 Liebs (Widowitz) - EQ 5:2 - 35:21 Rubner (Ceslik, Ballner) - EQ

6:2 - 50:34 Rubner (Ceslik, Ballner) - +1

7:2 - 54:48 Ballner (Ceslik, Kunc) - -1

7:3 - 55:42 Fellner (Rodiga, Kaltenegger) - +1


Samstag: Gala zum Hallenjubiläum (7:1)

Im Rückspiel bekam Louis Waaßmann das Vertrauen im Tor, Gustavs Samitis nahm auf der Bank als Backup Platz, Patrick Spingler wurde geschont und Luca Imminger rückte an diesem Abend in die Verteidigung.

Von der ersten Minute an diktierten die Eisbären das Geschehen. Abgeklärt im Aufbau, sicher in den Zweikämpfen, mit Pässen, die ankamen und die Abwehr immer wieder sauber herauslösten. Schon nach 15 Sekunden nahmen die Gäste die erste Strafe und Marcel Kunc prüfte den Grazer Keeper Gernot Fally umgehend mit einem satten Schlagschuss. Zwei Abschlüsse im frühen Powerplay brachten zwar noch keinen Ertrag, doch die Richtung war vorgegeben: Burgau schoss, Graz verteidigte. Wie einseitig die Anfangsphase verlief, zeigte ein Blick auf die Uhr. Ganze vier Minuten dauerte es, ehe die Steirer überhaupt den ersten Torschuss abgaben. Die Eisbären hingegen kombinierten sich Doppelchance um Doppelchance heraus, Petr Ceslik visierte das kurze Eck an, Marek Rubner klingelte am Pfosten. Graz kam kaum ins eigene Angriffsdrittel, geschweige denn zum Festsetzen. Umso überraschender fiel die Führung auf der Gegenseite: In einem der wenigen Grazer Druckmomente parierte Louis Waaßmann zunächst noch stark, ehe Maximilian Schwarz einen Querpass durch den Slot im Powerplay zum 0:1 vollendete (17.). Zwischenzeitlich lag die Scheibe gleich zweimal frei vor dem Grazer Tor, ohne dass Burgau sie über die Linie drücken konnte. So ging es mit einem knappen Rückstand in die ersten Pause.

Mit Beginn des zweiten Drittels hatten sich die Eisbären wieder gefangen. Roman Blahyi, zunächst noch am Grazer Schlussmann gescheitert, blieb im Slot an der Scheibe und hob sie per Rückhand unter die Latte zum 1:1 in der 22. Minute. Was danach folgte, war vor allem eine Vorstellung der Burgauer Spezialteams. Im Konter liefen David Ballner und Marek Rubner an, Ballner tanzte sich durch die Grazer Reihen und markierte mit dem Shorthander zum 2:1 die Führung (26.). Fünf Minuten später traf Verteidiger Marcel Kunc von der blauen Linie, wobei Tim Söldner dem Torhüter geschickt die Sicht zum 3:1 nahm (31.). Nur 67 Sekunden später fing, der an der blauen Linie wartende David Ballner, einen langen Pass von Rubner ab und schob im Alleingang unter die Schoner ein. Mit einer klaren Führung ging es in die zweite Pause.

Vor dem Schlussdrittel gehörte die Bühne für ein paar Minuten dem Jubiläum: Bürgermeister Martin Brenner, der erste Vorstand Werner Gebauer und die stellvertretende Landrätin Monika Wiesmüller-Schwab würdigten zehn Jahre Eishalle Burgau. Teammanager Heinz Heinrich wurde für seine besonderen Verdienste im Ehrenamt mit einer Ehrenurkunde der Stadt Burgau ausgezeichnet. Das Burgauer Urgestein Heinzi Heinrich leistet seit nun mehr rund 50 Jahren ein beispielloses Engagement bei den Eisbären und ist von unschätzbarem Wert.

Frisch motiviert kehrten die Markgrafen aufs Eis zurück und knüpften nahtlos an ihr Spiel an. Zunächst hielt Louis Waaßmann seine Farben mit einer aufmerksamen Parade im Spiel, ehe Burgau den Sack weiter zuschnürte. Marek Rubner nutzte einen Alleingang eiskalt und schob dem Keeper die Scheibe durch die Beine zum 5:1 (45.). Waaßmann behielt auch danach die Übersicht und entschärfte kurz darauf einen Abschluss aus kurzer Distanz. In der Folge übernahmen die Special Teams erneut das Kommando: Nach Strafen auf beiden Seiten präsentierten die Eisbären ein gut strukturiertes Überzahlspiel, in dem einzig der letzte Pass oder das nötige Quäntchen Glück fehlte.. Für Zählbares sorgte dann David Zacher, der sich in bester Manier durch die Grazer Abwehr tanzte und im Alleingang zum 6:1 vollendete (52.). Dass es zunächst nicht noch deutlicher wurde, lag auch am Grazer Schlussmann Gernot Fally, der Burgau mit einer starken Parade den nächsten Treffer verwehrte. Waaßmann wiederum hielt auf der Gegenseite selbst bei verdeckter Sicht sicher fest und ließ nichts mehr anbrennen. Den Schlusspunkt setzte erneut Marek Rubner. Im Powerplay zeigte er seinen Hammer von der Halbdistanz und ließ dem Keeper mit dem 7:1 keine Chance, der passende Abschluss eines rundum gelungenen Wochenendes. In den Schlussminuten leisteten sich die Gäste noch mehrere Strafen. Jakub Michalek erzielte dabei noch einen Pfostentreffer, am klaren Ergebnis änderte sich jedoch nichts mehr.


Für einen bangen Moment sorgte kurz vor Schluss des Samstagsspiels Benedek Radvanyi, der nach einem Kniecheck liegen blieb und in die Kabine gebracht werden musste. Die ersten Untersuchungen brachten jedoch Entwarnung, eine Verletzung bestätigte sich nicht. Ebenso beruhigend die Nachricht zu Petr Ceslik, der im gestrigen Spiel ab Mitte des zweiten Drittels nur vorsichtshalber vom Eis gegangen war.

Unterm Strich untermauerten die Eisbären mit zwei überzeugenden Auftritten den gelungenen Start gegen Ulm. Auffällig war neben der Effizienz vor dem Tor vor allem die Ausbeute der Spezialteams: Über beide Abende hinweg erzielten die Eisbären fünf Überzahltreffer und drei Shorthander.


Endstand: ESV 7:1 Graz (0:1/4:0/3:0) // Strafen: ESV 18 Minuten; ATSE 22 Minuten // Zuschauer: 419 0:1 - 16:23 Schwarz (Zierer, Larkitz) - +1

1:1 - 21:27 Blahyi - EQ

2:1 - 25:23 Ballner (Rubner) - -1

3:1 - 30:08 Kunc (Ballner, Söldner) - +1

4:1 - 31:15 Ballner (Rubner) - -1

5:1 - 44:49 Rubner (Ballner, Dörrich) - EQ

6:1 - 51:35 Zachar (Michalek) - +1

7:1 - 56:46 Rubner (Kunc) - +2

bottom of page