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Senden und Burgau schaffen gemeinsame Perspektive für junge Talente

  • vor 19 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Der 1. EC Senden und der ESV Burgau gehen zur Saison 2026/27 und drüber hinaus eine sportliche Kooperation ein. Es entsteht eine gemeinsame Mannschaft, die unter dem Namen „EC Senden / ESV Burgau 1B" in der Bezirksliga West antritt. Ziel der Zusammenarbeit ist es, jungen Burgauer Spielern während beziehungsweise nach ihrer U20-Zeit einen strukturierten Übergang in den Seniorenbereich zu ermöglichen. Gleichzeitig soll die Kooperation die sportliche Entwicklung beider Vereine nachhaltig unterstützen.

Den Anstoß gaben die beiden Jugendleiter, die bei einem Nachwuchsspiel ins Gespräch kamen. Nach mehreren sehr positiven Gesprächen entschieden sich beide Vereine, die Zusammenarbeit umzusetzen. Für den ESV Burgau war eine eigene zweite Mannschaft dabei keine Option: Aus logistischen Gründen, insbesondere den begrenzten Eiszeiten, ließe sie sich nicht darstellen, und für einen eigenständigen Spielbetrieb stünden zu wenige Spieler zur Verfügung.


Der direkte Sprung vom Nachwuchs in eine höherklassige Seniorenmannschaft ist für viele Spieler eine große Herausforderung. Die gemeinsame Mannschaft soll deshalb als wichtige Entwicklungsstufe dienen: Junge Talente können sich an das höhere Tempo, die körperliche Intensität und die taktischen Anforderungen des Erwachsenen-eishockeys gewöhnen und wertvolle Spielpraxis sammeln.

„Für die U20er ist es wichtig, in das Senioreneishockey auf einem niedrigeren Niveau reinzuschnuppern, um sich daran zu gewöhnen und den großen Schritt Richtung Bayernliga überhaupt gehen zu können. Da ist die 1B die perfekte Lösung", erklärt Werner Gebauer, Vorstand des ESV Burgau.

„Wir wollen jungen Spielern eine echte Perspektive bieten. Dabei geht es nicht darum, kurzfristig freie Kaderplätze zu besetzen, sondern Spieler gezielt, verantwortungsvoll und mit einem klaren sportlichen Konzept weiterzuentwickeln", ergänzt Daniel Pfeiffer, Headcoach des 1. EC Senden.


Sportliche und organisatorische Ausgestaltung


Grundlage der Zusammenarbeit ist ein gemeinsam erarbeitetes Konzept. „Wir haben uns im Vorfeld viele Stunden mit beiden Vereinsführungen zusammengesetzt und sehr offen betrachtet, was bei früheren Kooperationen gut und was weniger gut funktioniert hat. Daraus ist ein gemeinsames Konzept entstanden, das bewusst auf Augenhöhe aufgebaut ist. Spielzeit bekommen, Verantwortung übernehmen, nach einer Verletzung wieder Vertrauen finden oder als junger Spieler erste Erfahrungen im Seniorenbereich sammeln. Wenn jeder versteht, welche Möglichkeiten diese Zusammenarbeit bietet, können aus zwei Vereinen auch auf dem Eis eine Mannschaft und ein gemeinsames Ziel entstehen", berichtet Pfeiffer. Kommunikation und Transparenz seien für ihn der Schlüssel – ebenso die Haltung, dass kein Spieler das Gefühl bekommen solle, abgeschoben zu werden: „Es geht immer um eine Chance."


Vorgesehen ist, zunächst etwa fünf bis sieben Burgauer U20-Spieler in den Trainings- und Spielbetrieb des 1. EC Senden einzubinden. Die Auswahl und Einsatzplanung erfolgen individuell nach sportlicher Eignung, Position, Belastbarkeit, Trainingsbeteiligung und Mannschaftsbedarf. Eine automatische Einsatzgarantie ist damit nicht verbunden. Training und Spiele finden in Senden statt.

Die Spieler sollen über gemeinsame Trainingseinheiten schrittweise an den Seniorenbereich herangeführt werden. Für geplante Spieleinsätze ist insbesondere die Teilnahme am spielvorbereitenden Mannschaftstraining entscheidend. Über die jeweiligen Einsätze entscheidet der Sendener Trainerstab in enger Abstimmung mit den sportlichen Verantwortlichen und dem U20-Trainer Frank Schürßner.

Die Spieler bleiben grundsätzlich beim ESV Burgau geführt und erhalten auf Grundlage der geltenden Verbandsbestimmungen die erforderlichen Spielberechtigungen. Passwesen, Mannschaftsmeldungen und digitale Spielberechtigungen werden von beiden Vereinen verbindlich und nach dem Vier-Augen-Prinzip geprüft.

Die Kooperation eröffnet zudem eine durchlässige sportliche Perspektive. Spieler der 1B können auch für die Bayernliga-Mannschaft des ESV Burgau auflaufen. Wer sich entsprechend entwickelt, soll schrittweise an höhere Aufgaben herangeführt werden – kein Spieler soll in seiner sportlichen Entwicklung blockiert werden.

Das Grundgerüst der Sendener Mannschaft bleibt dabei bestehen; die jungen Burgauer Spieler ergänzen den Kader gezielt und bedarfsorientiert. Ein starres zahlenmäßiges Verhältnis zwischen Sendener und Burgauer Spielern ist nicht vorgesehen. Entscheidend sind sportliche Qualität, Trainingsleistung, Verlässlichkeit und die passende Rolle innerhalb der Mannschaft.


Für den ESV Burgau fügt sich die Zusammenarbeit in einen durchgehenden Entwicklungsweg ein – von den Nachwuchsteams über die U20 in die 1B und perspektivisch in die Bayernliga. „Das Niveau hat sich in den letzten Jahren immens gesteigert", ordnet Gebauer ein. Ohne eine solche Zwischenstufe sei der Sprung in die Bayernliga kaum noch zu schaffen.

„Der Schritt mit der Wiedereinführung der 1B ist enorm wichtig für unser ganzheitliches Nachwuchskonzept. Mit der U20 und der 1B in Kombination sehen wir uns jetzt sehr gut aufgestellt: Die Spieler können hier schon einmal ins Seniorenhockey schnuppern (der Sprung ist deutlich kleiner als direkt in die Bayernliga), sich entwickeln und empfehlen, um den größeren Schritt danach vielleicht zu gehen. Und auch für junge Spieler aus der Bayernligamannschaft ist es wichtig, hier zusätzliche Spielzeit zu bekommen", betont Benny Meer, Jugendleiter des ESV Burgau.


Gemeinsame Ziele


In der ersten gemeinsamen Bezirksliga-Saison stehen die sportliche Entwicklung, die Integration der jungen Spieler und der Aufbau stabiler gemeinsamer Abläufe im Mittelpunkt. Gleichzeitig tritt die Mannschaft mit dem Anspruch an, konkurrenzfähig zu sein und sich sportlich so gut wie möglich zu platzieren.

Beide Seiten gehen die Zusammenarbeit ohne Illusionen an. „Die größte Herausforderung sind sicherlich die über viele Jahre gewachsenen Strukturen und die unterschiedlichen Erfahrungen und Meinungen rund um die Vereine", sagt Pfeiffer. Etwas Neues werde zunächst hinterfragt, eine gewisse Skepsis müsse man aushalten: „Wo Transparenz fehlt, entsteht Raum für Interpretation – und die fällt erfahrungsgemäß selten positiv aus." Die Chance sei für ihn jedoch deutlich größer: Man könne erfahrenen Spielern weiterhin eine sportliche Heimat bieten und zugleich den Nachwuchs an den Seniorenbereich heranführen. „Wir wollen eine Plattform schaffen, auf der junge Spieler Spielzeit und Verantwortung bekommen und von erfahrenen Spielern lernen können", so Pfeiffer. Gelinge dieser Mix, ließen sich die Kräfte beider Vereine bündeln und nachhaltig etwas für das Eishockey in der Region aufbauen.

Die Saison 2026/27 dient zunächst als gemeinsame Aufbau- und Kennenlernphase. Nach der Spielzeit werden beide Vereine die Zusammenarbeit gemeinsam bewerten. Grundsätzlich ist die Kooperation jedoch langfristig und über mehrere Jahre angelegt. Die konkreten Termine für den ersten Spieltag und mögliche Vorbereitungsspiele werden nach Abschluss der Spielplanung gesondert bekannt gegeben.

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