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Eisbären müssen sich am Ende Landsberg unglücklich geschlagen geben

vor 9 Minuten
4 Min. Lesezeit
Bild: Harry Schroll
Bild: Harry Schroll

Am 3. Spieltag schenkt Burgau am Ende eines heftig umkämpften Spiels den Sieg noch her. Vor 1.178 Zuschauern in der Landsberger Eissporthalle unterliegen die Markgrafen mit 5:3 (1:1/0:0/4:2). Aus Burgau hatten über 150 Fans den Weg in die Lechstadt angetreten. Dem Burgauer Chefcoach Roman Klicznik fehlten angeschlagen Petr Ceslik und Patrick Spingler sowie krank Louis Herbrik und Jannik Liebs. Louis Waaßmann wird mit einer Unterkörperverletzung noch länger ausfallen. Das Tor hütete Gustavs Samitis, Roman Jourkov nahm auf der Bank Platz.


Die Eisbären starten druckvoll und hellwach in die Partie. Die erste große Torchance eröffnet sich den Eisbären schon in der 2. Minute. In der 5. Spielminute haben dann aber auch die Landsberger eine riesige Chance: Nach einem Eisbärenausrutscher im eigenen Drittel läuft Lukas Heß allein auf den Burgauer Goalie Samitis zu, der pariert stark. Zwar kommen die Riverkings nach fünf Minuten etwas besser ins Spiel, aber die Markgrafen bleiben weiter hellwach und aggressiv. Sie erarbeiten sich immer wieder gute Abschlussmöglichkeiten. Als Nolan Renke ab der 14. Minute wegen Beinstellens für zwei Minuten auf die Strafbank muss, erzielen die Lechstädter gut 30 Sekunden später den Führungstreffer. Viel Verkehr vor dem Eisbären-Goalie, dem dadurch die Sicht genommen wird und Victor Östling vollendet zum 1:0. Doch die Mindelstädter bleiben weiter bissig auf dem Eis und Stürmer David Ballner schießt zum verdienten Ausgleich in der 16. Minute ein. Beim Durcheinander vor dem Landsberger Tor behält er den Durchblick. Der Pass kommt von Lukas Widowitz. Ein munteres Spiel im ersten Drittel geht mit einem leistungsgerechten Unentschieden in die Pause.

Auch ins 2. Drittel starten die Eisbären stürmisch. Aber schon nach einer Minute muss ein Eisbär für zwei Minuten auf die Bank, doch man zeigt ein gutes Unterzahlspiel. In der 27. Minute kommen dann auch die Hausherren zur Gelegenheit, ihr Penaltykilling das erste Mal zu präsentieren, das ungestraft bleiben sollte. Rund eine Minute später dann erneut eine Glanztat des Burgauer Goalies, als ein Riverking allein auf ihn zuläuft und Gustavs spektakulär pariert. Landsberg ist jetzt besser im Spiel und drückt auf die Führung. Ständig herrscht Hochbetrieb vor Gustavs Samitis. Aber die Abwehr hält. Nach 32 gespielten Minuten dann wieder eine Überzahl für die Markgrafen, vier Minuten später stehen dann die Eisbären noch einmal mit einem Mann mehr auf dem Eis. Bei einem fulminanten Schlagschuss von Marek Rubner fliegt dem Landsberger Schlussmann der Schläger aus der Hand. Aber beim Überzahlspiel der Eisbären bleibt noch Luft nach oben, sie können kein Profit daraus schlagen. Zehn Sekunden vor der Drittelpause wird dann Marcel Kunc wegen Übertriebener Härte wieder des Eises verwiesen. Das 2. Drittel ist hart umkämpft, ein ums andere Mal gab es für die Riverkings an Samitis kein Vorbeikommen. Er hält die Eisbären im Spiel. Aber auch Michael Karg auf der gegenüberliegenden Seite macht bisher eine starke Partie. Folgerichtig endet das Drittel torlos.

Die Eisbären starten noch in Unterzahl ins letzte Drittel. Aber nach 42 Sekunden versenkt Nolan Renke nach Zuspiel von Marek Rubner den Puck in einem schnellen Konter im Landsberger Tor. Mit dem Shorthander erzielt Nolan sein erstes Tor für die Markgrafen. Die Burgauer gehen in Führung, welche die Riverkings jedoch eineinhalb Minuten später in Überzahl durch Östling ausgleichen können. Wieder hatte Samitis keine Sicht auf das Spielgerät. In der Folge häuften sich auf beiden Seiten die Strafzeiten, die Partie wurde hektisch und unübersichtlich. Die Burgauer überstehen eine 90-sekündige Doppelteunterzahl, um wenig später ein Powerplaytor zu erzielen: In der 49. Minute gehen die Eisbären durch David Zachar nach Zuspiel von Bene Radvanyi wieder in Führung. Alles sieht bis vier Minuten vor Schluss nach einem Auswärtssieg für die Eisbären aus. Ein bis dahin weitgehend faires Match artete ab der 52. Minute immer mehr aus, als es zu einem Handgemenge kam, bei welchem der zuvor gefoulte und am bodenliegende Lukas Widowitz eine fragwürdige Spieldauer-Disziplinarstrafe erhielt. Widowitz wird somit beim kommenden Auswärtsspiel in Grafing fehlen. Dabei drohte erstmalig, das Sportliche in den Hintergrund zu geraten. Es ging in Unterzahl weiter für die Burgauer. In der 57. Minute gleicht Landsberg zum 3:3 durch Mika Reuter im Powerplay aus. Eine gute Minute später gehen die Riverkings dann durch Linus Voit mit 4:3 in Führung. Eisbärencoach Roman Klicznik nimmt nach 58 Minuten Goalie Samitis vom Eis, um einen zusätzlichen Stürmer einzuwechseln. Nach einem Puckverlust im neutralen Drittel trifft Manuel Müller für die Landsberger ins leere Tor der Markgrafen zum 5:3-Endstand. Der Schlusspunkt der Partie war es noch nicht, die am Ende fast drei Stunden dauern sollte. 80 Sekunden vor Schluss kochten die Emotionen endgültig über. Auslöser war ein Bandencheck von Maxi Kaschner, dessen Strafe jedoch Nolan Renke bekam. Auf der Seite der Hausherren erhielten Florian Reicheneder und Dominic Erdt jeweils 5min + Spieldauer wegen Faustschlägen. Bei den Eisbären erhielten Maxi Kaschner (Faustschläge) und Nolan Renke (Bandencheck) ebenfalls Spieldauer-Disziplinarstrafen. Letzterer zusätzlich noch eine Disziplinarstrafe wegen unsportlichem Verhalten obendrauf. Damit fehlen alle vier Spieler bei den Partien am kommenden Freitag.

Burgau schenkt in einem hochkarätigen, heftig umkämpften und emotionalen Spiel am Ende die Punkte noch her. Ein Sonderlob verdienen sich Goalie Gustavs Samitis für eine überragende Leistung, für die er auch auf Seiten der Eisbären als Man of the Match ausgezeichnet wurde, und die Eisbärenfans, die ihr Team über die komplette Spielzeit immer wieder angetrieben und für Stimmung gesorgt haben.

Kommendes Wochenende geht es am Freitag zunächst nach Grafing zum EHC Klostersee, bevor dann am Sonntag der Oberpfälzer ERSC Amberg in der Burgauer Eishalle zu Gast ist. Beides Mannschaften, die mit sechs bzw. fünf Punkten vor den Eisbären stehen und ihnen alles abverlangen werden.


Endstand: Riverkings 5:3 Eisbären (1:1/0:0/4:2) // Strafen: Riverkings 34 Minuten + 20min (Reicheneder) + 20min (Erdt); Eisbären 36 Minuten + (20min Widowitz) + 20min (Kaschner) + 2x 20min (N. Renke) // Zuschauer: 1.178


1:0 – 14:02 Östling (Erdt, Reuter) - +1

1:1 – 15:22 Ballner (Widowitz, Rubner) – EQ

1:2 – 40:42 N. Renke (Rubner, Ballner) - -1

2:2 – 43:12 Östling (Erdt, Reicheneder) - +1

2:3 – 48:40 Zachar (Wiesler, Radvanyi) - +1

3:3 – 56:38 Reuter (Östling, Erdt) - +1

4:3 – 57:47 Voit (Heß, Wagner) - EQ

5:3 – 58:28 Müller (Hegner, Diebolder) - EQ

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