Der Meister kommt und am Sonntag geht's zum Aufsteiger

Für die Eisbären steht ein kontrastreiches Wochenende an. Am heutigen Freitag (20:00 Uhr) kommt es zum Heimderby und diesjährigen Blaulichtspiel gegen den amtierenden bayerischen Meister aus Königsbrunn. Am Sonntag folgt das Auswärtsspiel beim Tabellenletzten und Aufsteiger ESC Dorfen. Zwei Gegner, die in der Tabelle und in ihrer Ausgangslage kaum unterschiedlicher sein könnten.
Mit dem alljährlichen Blaulichtspieltag bedanken sich die Eisbären bei den Rettungskräften der Region für ihre Leistung. In diesem Jahr war der Zuspruch so groß wie nie zuvor, die Anmeldungen der Organisationen übertrafen alle bisherigen Dimensionen. Aufgrund der generell starken Auslastung bei unseren Heimspielen, des Derbycharakters gegen die Pinguine, deren Anhang und des fest zugesicherten Gästekontingents konnten jedoch leider nicht alle Anmeldungen von den Eisbären berücksichtigt werden. Die Stadionkapazität von 1000 Zuschauern reicht für die Nachfrage aktuell schlicht nicht aus. Vergeben wurde das Ticketvolumen sssssdeshalb nach dem Prinzip “first come, first served”, wofür wir um Verständnis bitten.
Sportlich wartet mit Königsbrunn ein echter Brocken. Der EHC ist amtierender bayerischer Meister, wurde in vier Jahren dreimal Titelträger und einmal Vizemeister, und steht aktuell mit 16 Punkten auf Rang sechs. Zuletzt gewannen die Pinguine dreimal in Folge, darunter zuletzt ein 4:3 gegen Schweinfurt. Angeführt wird das Team und die Scorerliste von Kapitän Tim Bullnheimer (11 Punkte) und dem früheren Profi Steffen Tölzer (9 Punkte).
Der Kader liest sich fast wie ein Who-is-who erfahrener Akteure. In der Offensive sticht Neuzugang Justin Maylan heraus, der vom Oberligisten Peiting kam und dort zuletzt noch überragende 72 Punkte sammelte. Ebenfalls neu sind unter anderem die Stürmer Tim Flammann (Füssen, Oberliga), Philipp Markgraf (Peiting, Oberliga) und Anton Seidel (zuletzt Pfaffenhofen) sowie Torhüter Nicolas Hetzel aus Haßfurt. Besonders prominent ist die Rückkehr von Steffen Tölzer zu seinem Jugendverein, der auf 770 DEL-Spiele für die Augsburger Panther zurückblickt, bei denen er sechs Jahre Kapitän war. Gehalten werden konnten zentrale Stützen wie Top-Torhüter Stefan Vajs, der fünf Jahre in Folge zu den Top-Goalies der Liga gehörte und 350 DEL2-Spiele für Kaufbeuren bestritt, sowie die erfahrenen Niklas Länger (40 Punkte), Tim Bullenheimer (62 Punkte), Stefan Rodrigues (43 Punkte) und Marco Sternheimer (62 Punkte). Sternheimer ebenso mit über 160 Profispielen für die Augsburger Panther in der DEL und über 300 Punkten innerhalb der vergangenen vier Jahren in der Bayernliga. Niklas Länger kommt auf 113 DEL Spiele für die Augsburger Panther und 93 DEL2 Partien für Rosenheim und Weiden. An der Bande steht seit dem Wechsel von Meistertrainer Robert Linke nach Landsberg nun Max Helling, zuletzt ergänzt durch Co-Trainer Matthias Forster.
Königsbrunn muss für das Aufeinandertreffen am Freitag umbauen. Verteidiger David Farny ist gesperrt, Marco Sternheimer fällt verletzt aus und die Einsätze von Peter Brückner sowie Hayden Trupp sind nach eigenen Aussagen noch ungewiss.
Ganz anders die Ausgangslage am Sonntag. Aufsteiger Dorfen steht mit drei Punkten am Tabellenende und verlor zuletzt fünfmal in Folge. Der einzige Sieg gelang bisher am dritten Spieltag mit einem 4:3 gegen Buchloe. Zusätzlich sorgte zu Wochenbeginn ein Paukenschlag für Unruhe: Sowohl Trainer Tobias Brenninger als auch Co-Trainer Florian Geisberger legten ihre Ämter nieder, beide Positionen sind derzeit noch vakant.
Vorsicht ist dennoch geboten. Der ESC baute im Sommer behutsam um, vier Abgängen stehen fünf Neuzugänge gegenüber, und aus dem Meisterteam der Landesliga blieben 18 Spieler an Bord. Routine brachten vor allem die aus Erding gekommenen Mark Waldhausen (462 Bayernliga-Spiele, 326 Punkte) und Cheyne Matheson (170 Oberligaspiele, 210 Punkte; 88 Bayernligaspiele 142 Punkte) mit. Ebenfalls ist Vaclav Adamec aus Haßfurt (37 Landesligaspiele 108 Punkte) neu bei den Eispiraten. Aus dem letztjährigen Meisterteam konnten die Verteidiger Vaclav Krlis (35 Landesligaspiele, 103 Punkte) und Jakub Naar (33/51) sowie die Stürmer Lucas Breault (34/109), David Stach (33/111) und Sandro Schröpfer (34/64) gehalten werden. Bester Scorer ist aktuell David Stach mit neun Punkten, dahinter folgen Maximilian Forster und Cheyne Matheson mit je sieben. Für die voraussichtlich zahlreich mitreisenden Eisbären-Fans bietet sich bei im Schnitt nur 166 Heimzuschauern in Dorfen die beste Gelegenheit, das Auswärtsspiel zu einem gefühlten Heimspiel zu machen. Trotz der Tabellensituation gilt aber: Diesen Aufsteiger darf man nicht unterschätzen. Wenn die Eisbären in beide Spiele mit der Einstellung des vergangenen Wochenendes gehen, ist auch gegen die jeweilige Offensivstärke etwas zu holen.
Zum Auswärtsspiel am Sonntag fährt wie gewohnt der Doppeldecker-Fanbus, Plätze sind noch frei. Zur Anmeldung geht es hier: FANBUS. Fans zuhause können sich die Partie live bei SPRADE.TV ansehen.
Für die Eisbären gibt es vor dem Wochenende positive Nachrichten. Zum heutigen Spieltag kehren Nolan Renke, Petr Ceslik und Louis Herbrik ins Line-up zurück. Balint Makovics kann nach einem Schreckmoment im ersten Drittel des letzten Heimspiels ebenfalls auflaufen. Lukas Widowitz fehlt aber weiterhin krankheitsbedingt.



