„Auf dem richtigen Weg" – der Burgauer Nachwuchs vor der Saison 2026/27
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Zum zweiten Mal geht der ESV Burgau mit einem kompletten Nachwuchsunterbau in die neue Saison – und erstmals in der Vereinsgeschichte mit eigenen Teams von der U9 bis zur U15. 125 Kinder und Jugendliche stehen inzwischen für die Eisbären auf dem Eis, die Kader wachsen, und im Hintergrund ziehen Jugendabteilung, Vorstand und Trainer am selben Strang mit dem Ziel: Wieder mehr Burgauer den Weg in die erste Mannschaft zu ebnen.
Der Unterbau wächst – und trägt erstmals eigene Farben
Der Burgauer Nachwuchs hat in den vergangenen Jahren einen deutlichen Schub genommen. Binnen zwei Jahren ist die Zahl der Nachwuchsspieler mit Spielerpass (ohne U7/Lauflerngruppe) von rund 85 auf über 120 gestiegen. Für Jugendleiter Benny Meer hat dieser Zulauf einen klaren Motor: „Die beiden Landesliga-Finals der ersten Mannschaft 23/24 und 24/25 haben brutal gezogen. Dennoch konnten wir den Zustrom auch in der vergangenen Saison hoch halten", sagt Meer.
Sportlich decken die Eisbären die gesamte Bandbreite ab: Die U9 spielt in der Leistungsklasse B, die U11 ist amtierender Meister der Leistungsklasse C, muss aber mangels zusätzlicher Eiszeiten auf den Aufstieg verzichten, U13 und U15 gehen in der Bezirksliga an den Start – die U13 als Liga-Dritter der Vorsaison, die U15 nach der Qualifikation fürs Endturnier. U17 und U20 treten mit vielen eigenen Burgauern in der Landesliga an, letztere mit dem erklärten Anspruch, oben mitzuspielen. In den beiden ältesten Jahrgängen bilden die Burgauer noch eine Spielgemeinschaft mit dem VfE Ulm/Neu-Ulm.
Getragen wird der Bereich von einem breiten Trainerstab - 12 ehrenamtliche Trainer stehen bereits fest, in der kommenden Saison ihr bestes für die Juniors zu geben, und weitere werden gesucht. Bei den Eiszeiten bleibt es weiterhin eng: U9 und U11 sowie die U13 und U15 müssen sich jeweils eine Hälfte teilen, immerhin kam für die U20 ein zusätzlicher Donnerstagstermin hinzu. Rückblickend lief die vergangene Saison für alle Teams rund; herausragend war die U11 mit 35 Siegen aus 36 Spielen. Auch zeigt sich Meer optimistisch, in zwei Jahren alle Mannschaften selbst stellen zu können – „Das wäre großartig und die Fortsetzung unseres Wegs.".
Ein Drittel des Etats für den Nachwuchs
Für Vorstand Werner Gebauer ist diese Entwicklung kein Zufall, sondern Programm. Rund 30 Prozent des Vereinsetats fließen in den Nachwuchs, der Spartenbeitrag liegt bei nur 80 bis knapp über 100 Euro – ein Bruchteil dessen, was andere Vereine aufrufen – und für Fahrten stehen drei Kleinbusse zur Verfügung. Erklärtes Ziel bleibt nach wie vor, den Nachwuchs Jahr für Jahr weiterzuentwickeln und an die Anforderungen der ersten Mannschaft heranzuführen; ein Prozess, der Zeit braucht, wenn man bedenkt, dass es vor wenigen Jahren noch ein Loch ohne U15, U17 und U20 gab. Ein weiterer wichtiger, neuer Schritt ist die Wiedereinführung einer Senioren 1B, die in einer Spielgemeinschaft mit dem EC Senden in der Bezirksliga antreten wird. Gerade die Bezirksligamannschaft soll dazu dienen, talentierte U20-Spieler an das noch höhere Leistungsniveau im Senioren-Eishockey heranzuführen und den Schritt bis zur Bayernligamannschaft zu verkleinern. Damit wird allen Nachwuchsspielern ein klarer Weg von der U7 bis zu den Senioren ermöglicht. Für Gebauer ist der Wert des Ganzen dabei nicht nur sportlich zu messen: „Eishockey ist eine Schule fürs Leben, in der vielerlei Kompetenzen erlangt werden können", sagt das Cluboberhaupt. Zugleich nimmt er die Familien in die Pflicht – der Verein lebe vom Mitanpacken: „Unser Verein ist kein Dienstleistungsunternehmen, der alles bereitstellt, sonst müssten wir die Spartenbeiträge deutlich erhöhen. Das möchten wir vermeiden, um die Kosten für den Sport nicht weiter nach oben zu treiben. Daher würde ich mir mehr Hilfsbereitschaft z.B. an Spieltagen wünschen.", so der 1. Vorstand.
Besonders danken möchte Gebauer allen Engagierten und Sponsoren, welche sich schon jetzt einbringen oder eingebracht haben.
U20: der Sommer entscheidet
Wie ernst der Anspruch genommen wird, zeigt die U20. Von Anfang Mai bis Ende Juli absolvierte das Team ein dreimonatiges Sommertraining mit 25 Einheiten, gefolgt von einem zweitägigen Camp in Füssen Ende August; die Beteiligung lag zeitweise bei bis zu 23 Spielern und im Minimum gerade einmal fünf Akteure weniger. „Alle Spieler waren uneingeschränkt motiviert, haben die richtige Einstellung an den Tag gelegt und hart an sich gearbeitet. Jeder Spieler hat es in den eigenen Händen und kann die ihm gegebene Chance nutzen, sich bei entsprechendem Einsatz und Entwicklungsstand für höherklassiges Eishockey im Seniorenbereich zu empfehlen bzw. dort Fuß zu fassen", sagt U20-Coach Frank Schürßner. Inhaltlich orientierte er sich u.a. an den Empfehlungen von DEB und BEV. Von Grundausdauer, Bewegungsqualität sowie Koordination und Core-Stabilität bis zu Kraft, Explosivität und Stickhandling. Für ihn gilt weiter der alte, aber dennoch wichtige Spruch: „Der Eishockeyspieler wird im Sommer gemacht".
Die ersten Trainingseinheiten auf dem heimischen Eis soll es dann Anfang September geben. Hier umfassen alle Einheiten ebenso ein Warm-Up- sowie ein Cool-Down-Programm. In ihrer Vorbereitungsphase für die neue Saison werden die größten Juniors auch Vorbereitungsspiele austragen. Über den Tabellenplatz stellt Schürßner aber etwas anderes: „An erster Stelle ist es wünschenswert und wichtig, dass alle Spieler möglichst verletzungsfrei durch die neue Saison kommen. Der Tabellenplatz ist von Bedeutung, wichtiger ist mir aber die individuelle Weiterentwicklung der ‚High Potentials' für den möglichen Schritt in die erste Mannschaft. Wir werden in enger Abstimmung diesen auch die Möglichkeit eröffnen, zusätzlich zum U20-Training, bei den Eisbären Schritt für Schritt mit einzusteigen."
Für den gesamten Nachwuchs zieht er ein zuversichtliches Fazit: „Ich denke die Anzahl der Kinder, vor allem in den unteren Jahrgängen, hat sich seither doch massiv zum Positiven entwickelt. Ein entscheidender Faktor war auch der Bau der Eishalle. Das A und O ist immer und wird es auch bleiben, eine altersgerechte und gute Ausbildung der Spieler sicher zu stellen - und da sind wir in allen Altersgruppen auf dem richtigen Weg. Dafür müssen wir stetig die Rahmenbedingungen den zunehmend professionelleren Anforderungen entsprechend anpassen."
Mitmachen erwünscht
Neue Gesichter sind bei den Eisbären jederzeit willkommen. Der Einstieg läuft über die Laufschule, offen ab vier Jahren – Voraussetzung ist lediglich, dass die Kinder unfallfrei und ohne Laufhilfe auf dem Eis stehen können. Als ideales Einstiegsalter nennt die Jugendabteilung die Spanne von vier bis zehn Jahren; danach wird der Anschluss erfahrungsgemäß schwieriger. Wer Interesse hat, wendet sich am besten direkt an Benny Meer unter jugendleitung@eisbaeren-burgau.de. Den Appell an unentschlossene Familien fasst er schlicht zusammen: „Einfach ansprechen, trauen und miteinander reden."











